Seit dem 1. Juli 2012 sind die Wettanbieter verpflichtet, in Deutschland eine sogenannte „Wettsteuer“ an den Fiskus abzuliefern. Diese beträgt laut des Rennwett- und Lotteriegesetzes 5,3 % Prozent des Wetteinsatzes. Das bedeutet, dass die Online-Bookies 5,3 % aller Wetteinsätze, die in Deutschland getätigt werden, an das Finanzamt abliefern müssen.
Alle Wettanbieter ohne Steuer Jan. 2026
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Auszug aus §16 und 18 des Rennwett- und Lotteriegesetzes vom 25.6.2021:
Wetten aus Anlass von Sportereignissen, die nicht als Rennwetten nach den §§ 8 bis 15 besteuert werden (Sportwetten), unterliegen der Sportwettensteuer, wenn die Sportwette im Geltungsbereich dieses Gesetzes veranstaltet wird. Dies ist der Fall, wenn
1. der Veranstalter der Sportwette bei Abschluss des Wettvertrages seinen Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, Ort der Geschäftsleitung oder Sitz im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat oder
2. der Wettende die zur Entstehung des Wettvertrages erforderlichen Handlungen im Geltungsbereich dieses Gesetzes vornimmt.
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage nach § 17.
Die Wettsteuer hat sich (zwangsläufig) etabliert und brachte laut Angaben der Bundesregierung im Jahr 2023 mehr als 400 Millionen Euro ein, die an die Bundesländer weitergegeben werden.
Viele Bookies arbeiten mit einer derart niedrigen theoretischen Gewinnspanne (bzw. derart hohen Quotenschlüssel), dass eine Steuer von 5,3 % eine zu große zusätzliche Belastung darstellt. Daher kommt der Großteil der Buchmacher nicht umhin, die deutsche Wettsteuer auf irgendeine Weise an ihre Kunden weiterzugeben.
Wie gehen Wettanbieter mit der Wettsteuer um?
Wettanbieter.de hat sich nun im Detail angesehen, wie die einzelnen Bookies mit der Wettsteuer umgehen. Es gibt ganz unterschiedliche Wege, um mit der deutschen Wettsteuer zu verfahren. Einige verrechnen die 5,3 % Gebühr auf alle Wetteinsätze, andere ziehen sie erst vom Bruttogewinn ab.
Manche Online-Bookies bieten Ausnahmen zum Beispiel bei bestimmten Kombi-Wetten an und wieder andere verzichten vollständig auf die Weitergabe der Wettsteuer an ihre Kunden. Letzteres ist natürlich der Idealfall für Tippfreunde, allerdings gibt es nur wenige Buchmacher, die sich das leisten wollen bzw. können.
Die gute Nachricht: Es gibt in dieser Hinsicht durchaus Bewegung auf dem Markt und die Wettanbieter überdenken ihren jeweiligen Umgang mit der Wettsteuer. So hat z.B. unser Testsieger unter den Sportwetten Anbietern im Januar 2024 verkündigt, dass ab sofort alle Wetten bei bet365 steuerfrei sind.

Der britische Bookie bet365 gehört zu den wenigen Wettanbietern ohne Steuer. (18+ | Glücksspiel kann süchtig machen | Hilfe unter buwei.de | Erlaubtes Glücksspiel gemäß der White-List.)
18+ | AGB beachten
Welche Online-Bookies bietet Wetten ohne Steuer, welche nicht?
Hier eine Übersicht, wie Wettanbieter die Wettsteuer handhaben:
- Keine Wettsteuer auf alle Wetten: Bet365, Winamax, Tipwin
- Keine Wettsteuer auf Kombiwetten: NEO.bet, Merkur Bets
- Wettsteuer-Abzug vom Wetteinsatz: z. B. Merkur Bets
- Wettsteuer-Abzug vom Brutto-Wettgewinn: z. B. Bwin, Bet-at-home, Interwetten
Im Folgenden gehen wir auf die jeweiligen Arten im Umgang mit der Wettsteuer ein.
Merkur Bets
Merkur Bets zieht von allen Einsätzen auf Sportwetten, die von Kunden aus Deutschland platziert werden, automatisch bei der Wettabgabe die Wettsteuer ab. Der Betrag ist genau ersichtlich.

Bet-at-home & Co.
Bet-at-home verzichtet auf einen Abzug des Wetteinsatzes und berechnet erst im Gewinnfall die Wettsteuer. Es werden 5,3 Prozent von Bruttogewinn abgezogen. Der Wettanbieter informiert genauestens darüber im Wettschein.

NEO.bet und Merkur Bets
NEO.bet gehen in der Handhabung der deutschen Wettsteuer einen eigenen Weg, indem sie zumindest bestimmte Wetten von der Steuerbelastung befreit haben. Konkret werden für Kombiwetten keine Gebühren bzw. Steuern verrechnet.

Bet365, Tipwin, Winamax
Bet365, Tipwin und Winamax sind im Bereich der Wettsteuer die großzügigsten Wettanbieter (freilich aus Sicht der Sportwetter). Für deutsche Online-Tipper, die bei einem dieser Anbieter ihr Wettkonto haben, resultieren aus der Wettsteuer keine zusätzlichen Gebühren.
Jegliche dort platzierte Wetten und Gewinne sind komplett steuerfrei – das bedeutet, dass den Kunden keinerlei zusätzliche Kosten aufgrund der deutschen Wettsteuer entstehen. Weder beim Wetteinsatz, noch beim Bruttogewinn wird etwas abgezogen.
Wer die deutsche Wettsteuer vermeiden will, ist also bei einem dieser drei Wettanbieter am besten aufgehoben!


